Georg Reimann Zitate

Echtes Gespräch – auch mittels Medien aller Art – bewirkt, daß je beide Gesprächspartner am Ende auf Erkenntnisse stoßen, an die sie zu Beginn im Traum kaum dachten.

Keiner ist Christ (für sich) allein – immer sind wir es eingebettet in die reiche Kette der Generationen.

Beim Glauben eines Christenmenschen zählen letztlich nicht Gesundheit, Jugendlichkeit oder medienkonformes Äusseres. Die Haltung, wie einer Behinderung, Krankheit und Schmerzen trägt, sagt als gelebtes Zeugnis zumindest so viel aus.

Das heute maßgebliche Motto „Gut ist, was (mir) gefällt“ läßt gewachsen-bewährte Kirchlichkeit fast unbemerkt, unter der Hand abhanden kommen. Ob allerdings kirchliches Christentum bzw. Katholizismus jener uniform-starre Monolith ist, für den viele ihn halten, bleibt füglich zu bezweifeln.

Behinderung ruft nicht nach Mitleid, Behinderte brauchen nicht Überbetreuung und schon gar nicht fürsorgliche Bevormundung. Was ihnen Not tut, ist partnerschaftliche Anerkennung als vollwertige Menschen, Motivation zur Selbständigkeit und Hilfe (nur) dort, wo es anders nicht geht.

Gelebte Religiosität ist immer auch politisch, besitzt Sprengkraft und verlangt nach mutigem Widerspruch gegen Unrecht jeder Art.

Die Zeit und was in ihr geschieht verändert einen, läßt einen wachsen und reifen oder auch abbauen, im schlimmsten Fall zur Karikatur dessen, was man hätte sein und werden können…

Nicht, daß die Menschen heute religionslos geworden wären. Im Gegenteil: Je weniger tradierten Glaubensmustern verpflichtet, umso abstruseren Variationen der Welterklärung und Jenseitigkeit wird heute irrational ‚geglaubt‘.

Und weil menschliches Bemühen immer brüchig und unfertig daherkommen kann, braucht niemand sich zu genieren, Gott um seinen Beistand zu bitten.