Wolfgang J. Reus Zitate
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Die Kluft zwischen Stadtluft und Landluft liegt – Sie haben es wohl schon geahnt – nur in der Luft.
„Wenn man sich die Welt einmal ohne die eigenen Vorurteile ansieht“, sprach der Philosoph, „dann sieht man: Man kann zwar beeinflussen, aber nichts verursachen.“
„Keine Zeit!“ ist heutzutage die höfliche Umschreibungsform für „Verp… dich, du A…!“
Aus „Spektrum der Wissenschaft“ (März 03): „Homo sapiens: älter als vermutet!“ Da haben sie noch was vergessen: Und dümmer, als vermutet!
„Was verdienen Sie?“, fragte der Richter den Poeten im Zeugenstand. „Nun ja“, meinte dieser, „mal nichts, manchmal ist es aber auch weniger…“
Die Welt kann man nicht durch Waffengewalt aufräumen, sondern nur durch Nahrungsmittel, Medikamente und Schulen.
Bei manchem Menschen sind nicht nur seine teuren Bilder, sondern auch seine Intelligenz kaschiert… Dann sind meist nicht nur das persönliche Bild, sondern auch die persönliche Eitelkeit verglast.
„Bleiben wir bei der Wahrheit, auch wenn sie hart ist…“, sagte der Diamantbohrer und schnitt sich durch das Gestein wie durch Butter, “ … denn mit der Lüge wird es noch härter!“
Im Jahre 2200 von Außerirdischen zu Protokoll gegeben: Das letzte Rätsel der menschlichen Demokratie: Warum wurden Politiker, Beamte, Manager, Richter, Professoren und Chefärzte nicht leistungsorientiert bezahlt?
Kyoto-Protokoll. Unsere Luft soll besser werden. Na, es würde doch reichen, wenn sie so würde, wie sie es vor hundert Jahren war.
„Die einzig wirklichen Vorbilder“, sprach der Philosoph, „sind die Bilder, die man vor eine schadhafte Wandstelle oder einen Tresor hängt!“
In einer Folterkammer kann man fast jeden Menschengeist kleinkriegen, aber man kann ihn trotzdem niemals kriegen.
Wer sich rechtlich absichern will, hat heutzutage nicht nur eine Rechtsschutzversicherung, er nennt auch die Lüge „Falschinformation“.
Deutschland will den Führerschein ab 17 Jahren einführen. Hoffentlich auch die Intelligenz, die Lebenserfahrung, die Fahrpraxis und die Vernunft.
Beim Wort „Katastrophenschutz“ hab ich immer das Gefühl, es würde das Falsche geschützt…
Das Alpenglöckchen ist die Blume des Jahres 2004. Da kann man nur sagen: Wem die Stunde schlägt.
Und gäbe es die Fernsehwerbung nicht – man wüßte nicht, wann man auf die Toilette gehen soll…
Nicht nur die Engel kommen vom Himmel. Auch alle Menschen. Denn sie bestehen aus Sternenasche.
Der Stoff geht einem Dichter nie aus, aber ab und zu wird seine Zuschneideschere stumpf.
Wie jedermann weiß, halten sich Provisorien besonders hartnäckig. Wahrscheinlich hat Er gesagt: „Na ja, eigentlich wollte ich ein intelligentes Lebewesen schaffen. Aber der Mensch… na ja, nehm ich ihn halt einmal als Provisorium…“
Es passiert, daß sowohl Diagnose als auch Heilmittel falsch sind. Wird der Patient trotzdem gesund, entsteht daraus oft eine falsche Weltsicht.
Mobiles (Nur im deutschsprachigen Raum „Handys“ genannt) wurden vermutlich nur aus zwei Gründen geschaffen: Erstens, um Teenager glücklich und Eltern unglücklich zu machen. Zweitens, um die Netzbetreiber sehr, sehr glücklich zu machen.
Milliarden von Menschen in Milliarden von Galaxien. Und jeder will etwas Besonderes sein. Dabei ist er schon etwas Besonderes.
Paradox ist, daß manche Politiker einpacken müßten, wenn sie auspacken würden, was sie eingepackt haben.
Menschen 2003: Sie denken gerne, was sie glauben und glauben gerne, was sie denken.
Sie wünschte sich zum Geburtstag „längliche Ohrringe“. Weibliche Logik ist eben nicht zu schlagen.
Laut einer aktuellen „Stern“-Umfrage glauben 58% der Deutschen an die EU. Hier sollte man sich eines Kommentars enthalten, denn wissen Sie, wieviele Deutsche an Gott glauben?
Scheinbar ist nicht die Existenz von Wahrheiten das Problem, sondern ihre Anpassung an die jeweiligen Zeiten und Gesellschaften.
Mancher Privat-Fernsehsender besteht mehr aus Werbung als aus Sendung. Nun, das führt natürlich sofort zu dem Kalauer: Ihre Sendung ist die Werbung…
Liebe Mathematiker dieser Welt: Kahn es sein, daß außer der Zahl „Eins“ noch etwas existiert? Vielleicht etwas Außerirdisches? Ein überflüssiges Buch? Ach, Sie haben den Scherz verstanden: „Nummer Eins“, der sinkende Kahn…
Er strebte nach dem höchsten Ziel: Die Welt zu begreifen. Obwohl er natürlich wußte, daß er scheitern mußte. Aber dafür war er in guter Gesellschaft.
Was haben Autos von Autofreaks und deutsche Comedy-Sendungen gemeinsam? Ihr Niveau wird ständig tiefer gelegt.
Die Schwarzen Löcher im Universum sind wie europäische Wirtschaftspolitik: Alles verschwindet darin, und nichts kommt heraus…
Es ist ganz einfach. Wenn wir es wollen, dann gibt es Engel. Und wenn die es wollen, dann haben sie auch Flügel.
Fundamentale Fehler kann man in der Jugend leichter eingestehen als im Alter. Man braucht da nämlich noch nicht sein ganzes gelebtes Leben in Frage zu stellen.
„Manche vermeiden ängstlich auch die kleinste Lücke in ihrem Lebenslauf“, seufzte der Philosoph, „und mein Lebenslauf: eine einzige Lücke.“
Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was ich tue. Ach ja, und vergib allen, die nicht wissen, was sie tun…